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Philatelie – Spiel und Ernst, Sinn und Zweck -philatelistischer Literatur, Dr. Walther Heering:



Heering-Verlag, Seebruck am Chiemsee 1963, 1970

Als ich etwa zwölf Jahre alt war, begann ich mich deutlich intensiver für die Philatelie zu interessieren, als nur Marken im Steckalbum zu ordnen.

Zum Glück war meine Mutter eine der Bibliothekarinnen in der Gemeindebibliothek unseres Dorfes. Ich konnte sie dazu bewegen, den Themenbereich Sammeln für sich zu reklamieren, sodass ich Einfluss auf die Beschaffung neuer Briefmarken-Literatur gewann. Natürlich wurden keine seltenen Spezialwerke angeschafft, doch gute Einführungsbücher bieten dem interessierten Neu-Sammler, der ich war, wertvolle Anregungen. Ein Buch, das ich vielleicht drei Mal vollständig durchgelesen habe, vermittelte mir damals sehr viel Grundlagenwissen.

Das Werk stammt auch von einem Philateliebegeisterten – etwas auf Deutschland fokussiert, aber mit spannenden Geschichten über berühmte Marken wie die 1-Cent-Guyana und über Sammler wie Burrus und Ferrari. Zudem schildert es die Entwicklung der Preise in der Nachkriegszeit., warnt vor Fälschungen, erklärt die Bewertung von Briefmarken und beschreibt die Pflege von Briefmarken wie Ablösen, Pressen und Trocknen.

Es ist flüssig , vielleicht etwas polemisch und emotional geschrieben, hat aber auch im Nebeneffekt etwas für mein Deutsch getan.

Als Jugendlichem war mir nicht bewusst, dass das 1963 erschienene Bibliotheksexemplar eine Neuauflage war; die Erstausgabe war – deutlich dünner – bereits unter dem Titel “DAS BRIEFMARKEN-BUCH – Eine Schule – Eine Materialsammlung – Ein Bekenntnis 1947” veröffentlicht worden. Ich empfehle aber das Buch von 1970 mit 386 Seiten und Leineneinband, ausser man möchte die älteren Ausgaben für ein sehr vollständige Referenzbibliothek, findet man es ohne Probleme im allgemeinen Antiquariatshandel für einen moderaten Betrag.